Buchempfehlungen vom Team der Birsig Buchhandlung

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen jeweils Bücher vor, die uns aufgefallen sind und die wir Ihnen ans Herz legen wollen. Die Beiträge haben wir jeweils ergänzt mit Links zu spannenden Berichten über die Bücher sowie zu Leseproben.

Mira Magén, «Zuversicht»

Nava ist 39, als sie ihre Karriere als Innenarchitektin aufgibt, um als Kassiererin in einem Supermarkt zu arbeiten und sich in einem Seniorenwohnheim einzumieten. Ist sie verrückt? Nein. Nava hat ihren Mann und ihren kleinen Sohn durch einen Unfall verloren. Und mit aller Kraft, die ihr geblieben ist, will sie sich jeder Zukunft verweigern. Doch so sehr sie sich verschliesst, sie zieht Menschen magisch an: Ein krisengebeutelter Kollege schüttet ihr sein Herz aus, die Alten, ihre neuen Nachbarn, wollen ihre Freundschaft, und da sind Männer, die sie verehren und schliesslich – zu ihrer Überraschung – ihre Begierde wieder wecken. Den Schlüssel zu ihrer Seele aber hat Hanan, ihr Bruder, der Tischler, der auf ungewöhnliche Weise alles daransetzt, sie zurückzuholen in den Fluss des Lebens.

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Karl-Heinz Ott, «Und Jeden Morgen das Meer»

Roman. Carl Hanser Verlag, München 2018, 144 S.

«Karl-Heinz Ott kann so ungeheuer viel: Zum Beispiel zeigen, dass es ein Gewinn an Freiheit sein kann, alles zu verlieren, ohne dabei im Selbstfindungskitsch zu landen. Oder das Meer tatsächlich als einen äusseren Spiegel von Gemütszuständen einzusetzen, ohne in den Fertigbaukasten der Metaphern greifen zu müssen.

Darüber hinaus hat Ott, und das ist keine literarische Kategorie, aber ein weiterer Vorzug, ein menschenfreundliches Buch geschrieben.» (Christoph Schröder, Die Zeit)

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Hanns-Josef Ortheil, «Die Mittelmeerreise»

Im heissen Sommer des Jahres 1967 geht Hanns-Josef Ortheil zusammen mit seinem Vater auf grosse Fahrt. Sie führt auf einem schwer beladenen Frachtschiff von Antwerpen durch die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer und weiter bis nach Griechenland und Istanbul. Mit an Bord ist – vom Steward über den Funker bis zum Kapitän – eine ganze Gesellschaft im Kleinen. Und auch die Angst fährt im Bauch dieses Ungetüms aus Eisen und Stahl, das auf hoher See in schwere Stürme gerät, beständig mit.

«So schaut man nach dieser häufig auch amüsanten und immer berührenden Reiseerzählung nicht nur anders auf den scheinbar banalen Alltag, sondern gerät durch die Lektüre auf wundersame Weise in intensiven Kontakt mit der eigenen Kindheit und Jugend. Viel mehr an innerer Bewegung kann man von einem Stück Literatur eigentlich nicht erwarten.»(Andrea Gerk, Deutschlandfunk Kultur)

>> Einen Beitrag von Deutschlandradio Kultur finden Sie hier

>> Und hier erzählt Hanns-Josef Ortheil über das Buch

Unda Hörner, «1919 - Das Jahr der Frauen»

Sachbuch

1919 war das Jahr der Frauen: Sie haben in der Kunst, in der Kultur und vor allem in der Politik viel bewegt. Davon profitieren wir bis heute. Endlich erinnert ein Buch an die damaligen Heldinnen.

1919 erhalten Frauen in Deutschland erstmals das Wahlrecht und machen sich auf allen Gebieten daran, ihr Leben selbst zu gestalten: Mit Käthe Kollwitz wird erstmals eine Frau in die Akademie der Künste berufen, Maria Juchacz hält als erste eine Rede im Parlament. Während in Berlin Rosa Luxemburg ihren Einsatz für die politische Neuordnung mit dem Leben bezahlt, widmet man sich in Paris der Wissenschaft und Kultur: Marie Curies Radiuminstitut öffnet seine Pforten, Sylvia Beach gründet Shakespeare & Company und Coco Chanel kreiert das unsterbliche Chanel No. 5. Unda Hörner verwebt die Lebenswege und historischen Ereignisse zu einer atmosphärisch dichten Erzählung – eine faszinierende Zeitreise ins Jahr 1919, in dem auf einmal alles möglich schien für die Frauen.

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Roman Rossfeld, Christian Koller, Brigitte Studer (Hg.)

Der Landesstreik - Die Schweiz im November 1918

Der Landesstreik vor 100 Jahren war eine der schwersten politischen und sozialen Krisen der Schweiz und hat das Land im 20. Jahrhundert geprägt. Pünktlich auf die Gedenktage hin erschien im Verlag Hier und Jetzt ein auf neuen Forschungen basierendes Buch dazu.

Obwohl der schweizerische Landesstreik vom 11. bis 14. November 1918 schon nach wenigen Tagen unter massivem militärischem Druck beendet wurde, gilt er bis heute als eine der schwersten sozialen und innenpolitischen Krisen seit der Gründung des Bundesstaates 1848. Er hat nicht nur die politische Kultur des Landes und die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geprägt, sondern auch den Aufbau des Sozialstaats bis weit in den Kalten Krieg.
Das Buch fragt gezielt dort nach, wo die bisherige Forschung wichtige Lücken hinterlassen hat: bei der Sicherung elementarer Grundbedürfnisse der Bevölkerung, bei der Bedeutung von Frauen und der Frauenverbände, bei regionalen Unterschieden zwischen Stadt und Land oder der geschichtspolitischen Instrumentalisierung des Streiks. Das Buch trägt damit zu einem besseren Verständnis eines der zentralen Schlüsselereignisse der Schweizer Geschichte des 20. Jahrhunderts bei.

>> Mehr zum Landesstreik beim Schweizerischen Sozialarchiv